Geschmäcker sind verschieden.

22.05.16



Die Herren in meinem Büro finden meinen Stil nicht sooooo toll...also meinen Bekleidungsstil. Mein Chef fragt sich auch wer mich allen Ernstens je fürs Schreiben bezahlt hat. Aber das ist eine andere Geschichte.
Ich habe also beschlossen mir ein Kleid zu nähen. 
Ein bürotaugliches.
Eins das Massengeschmack bedient.
Und das auch mir noch so gut gefällt, dass ich mir nicht total verkleidet vorkomme.
Boden ist eine gute Inspirationsquelle.
Aber 100€ für ein Jerseykleid würde ich auch nicht zahlen wollen, wenn ich monetär potenter wäre als gerade jetzt. (Das Herunterfahren eines Unternehmens bringt eine Menge Kosten mit sich, an die man - ich?! - gar nicht mehr gedacht hat...sprich: Aufhören ist teuer!)
Also her mit dem Schnitt für das seitlich geraffte Wickelausschnittkleid.
Ahja. 
Gibts nicht.
Also improvisieren.
Enger nähen. (Normalerweise hab ich's ja nicht so mit den engen Kleidern ... s.o.)
Aber nach zwei Tagen Herumgesch... hab ich es geschafft. 
Ich denke das Ergebnis ist total gelungen.
Mal sehen wie die Kommentare morgen lauten....


Ist es cool?

12.05.16


Photoshop ist schon immer ein guter Freund gewesen.
Dieses Bild ist entstanden beim Fotografieren für den Schnitt von Sporthose und -oberteil.
Dann ein bisschen an den diversen Reglern gedreht und auf einmal schaut es gleich superbombig ist.
Selbst ohne Malibu-Bräune.
Dafür sieht man - wenn man GANZ genau schaut - dass an meinen Oberarmen sich Stellen abzeichnen, die auf Muskulatur rückschließen lassen.
Gute 8 Wochen bin ich nun schon im Training.
Der kleine Wadenmuskel am unteren Bein wird schon fast jahrzehntelang trainiert. Und ist noch immer zart.
"Ich glaub ich bin eher leptosom." Ich letztens zu einer 1A-Physiotherapeutin, die ich aufgesucht habe, weil ich bei all der Fotomacherei von mir selbst ohne viel Gewand, nun festgestellt habe, dass mein rechtes Bein wohl länger sein muss.
"Du BIST leptosom." Hat die 1A-Physiofrau dann gesagt. Und schief auch.
Was man nicht alles noch so über sich erfährt.

Das mit leptosom bedeutet, dass niemand sich fürchten muss, dass ich bald wie Arnie ausschaue.
Ich bin wohl eher ein Rennpferd mit zuwenig Training und zuviel Weide.
Na gut, das Pferdchen hamma jetzt eh wieder ins Training geholt und das Futter umgestellt.
(Wie man an den Ärmchen sieht, auch mit sich langsam abzeichnendem Erfolg ;-))

Das mit schief hat die 1A-... auch nicht die Hände überm Kopf zusammen schlagen lassen. Miniübungen sollen die Minimuskeln zwischen den einzelnen Wirbeln daran erinnern, dass es auch anders geht...mal sehen. Oder besser: fühlen.

Aber an sich: WAS KOMMT DANACH?

Wenn man auf Instagram Fitness eingibt, kommen eine Million und mehr Beiträge von jungen und junggebliebenen Barbies. Viele Bilder davon sind so sexistisch, dass ich  mich frage, ob die Mädels ALLEN ERNSTES diese selber gemacht haben.
Hielt mich aber alles nicht davon ab, einigen von ihnen zu folgen.
So nach und nach habe ich mich dann wieder getraut, ihnen zu ENTfolgen.
Am Ende des Tages tue ich mir dann doch sehr schwer jemanden super zu finden, mit dem ich wohl im echten Leben nicht mal einen Kaffee trinken würde.

Und: ziemlich bald habe ich festgestellt, dass das Training nur um des Körpers willen, also wie der dann aussieht, mir zu wenig gibt. Natürlich freue ich mich drauf, wenn ich im Badeanzug in jeder Lebenslage gut aussehe. Aber ich wohne in einem Klima, wo ich selbst wenn es ein heißer Sommer ist, nicht ständig im Badeanzug rumlaufe. Und es wird - auch wenn mein Körper es erlauben würde - wohl nie mehr was anderes als ein Badeanzug sein. Ganz sicher kein String.
Nein, mich interessiert, dass ich einen Klimmzug kann. Oder zehn. Einen Handstand. Auf eine Kiste springen. Irgendwas, was ich jetzt nicht kann. Will ich dann können. Und ich fürchte, Klimmzug, Handstand, Kistensprung wird nicht das Ende der Fahnenstange sein. Auch wenn ich jetzt scheinbar Lichtjahre davon entfernt bin, irgendwann werde ich diese Übungen können.
Aber dann?

Als Kind wollte ich immer ein Bub sein.
Im Fasching ein Cowboy. Terence Hill war MEIN Held. Aber nicht weil ich mich retten lassen wollte. Ich wollte so sein wie er. Oft habe ich Linsen mit Speck verlangt, weil in irgendeinem seiner Nobody-Filme isst er halt Linsen mit Speck...
Die Buben haben die cooleren Sachen gemacht.
Abenteuer.
Schnelligkeit.
Gefahr.
Dreck.
Von mir aus auch Schweiß.
Alles so Zeug, aus dem ich irgendwie geschlossen habe, dass das wesentlich mehr Spaß macht, als die Welt der Mädchen.

Die Mädchen in meinem Haus LIEBEN Mini-Boden.
Damit kann ich leben. Die überteuerten Preise (Boden lässt auch in China nähen, daher rechtfertigt nichts den Preis im Katalog, schon gar nicht, weil die ja nicht mal Läden zu betreiben haben...) machen die Boden-Teile zu besonderen Geschenken von Omi...Na gut.
FURCHTBAR finde ich aber, dass die Mini-Boden-BUBEN richtig tolle Sachen machen. Während die Mini-Boden-MÄDCHEN sich zum Törtchen-Essen treffen und Blümchen werfend durch die Wiese hüpfen - GRRRRRRR!
WIESO dürfen die Mädels nicht segeln gehen?
Oder Fische fangen?
Klar - die dämlichen Kleidchen (die von vor allem einem meiner Kinder sooooo geliebt werden) machen zur Teestunde ein besseres Gesicht als an der Reling...
Aber könnte man nicht ein paar Klischees unbedient lassen?

So geht es mir auch mit dem Sport.
Klar können Frauen heute (fast) alles.
Aber ist es cool?

Da ich selber keine adäquate Antwort habe, schließe ich heute mal mit dieser provokanten Frage und bin neugierig auf Eure Reaktionen!

Gretchen und ich.

10.05.16



Die Amis sind schon ein lustiges Völkchen.
Mit ausreichendem Abstand und noch nie dort gewesen, darf ich mich hier vorurteilsvoll wundern.
Wer in aller Welt nennt sein Kind allen Ernstes "Gretchen"?
Ich meine Greta ja, Grete cool. Aber GretCHEN?

Zugegebenermaßen könnte man das auch alles von Dolores sagen....
Mater dolorosa.
Dolores. Die Schmerzensvolle.
Wer in aller Welt...

Naja. Egal.
Gretchen.
Gretchen Rubin.
Hat wohl nicht soooo tolle Tage gehabt und dann ein Projekt gestartet. How to be happy. Oder so.
Jedenfalls ist da natürlich gleich die halbe Welt reingekippt. Und vorher "pretty unknown" Gretchen dann ziemlich "known". Und dann kam gleich das Anschlussbuch. Sozusagen die Quintessenz ihrer Forschungen. Und DIESES Buch habe ich gelesen. Bisschen mehr happy kann ja wohl jeder vertragen...



Neben einer Vielzahl toller Anregungen ist mir vor allem EINE Erkenntnis geblieben.
Und die hätte ich gerne, gerne mindestens 20 Jahre früher gehabt.
Ich bin nämlich ein Rebel/Questioner.
Vom Typ her.
Jemand der mal grundsätzlich gegen alles ist.
Und das dann auch so lange hinterfragt, bis er es verstanden hat.

Na super.

Mit so einer Sorte Mensch kann man eigentlich gar nix anfangen. Außer allein lassen. Der muss sein eigenes Süppchen kochen. Nach einem Rezept, das er sich selbst erarbeitet hat. Kann gut sein, dass das am Ende des Tages die gute alte Hühnersuppe ist. Aber Freund Rebel/Questioner kann dann ganz genau sagen, WARUM und WIESO jede einzelne Ingredienzie drin ist und WARUM und WIESO das Gebräu so oder so zubereitet werden muss.

Klingt anstrengend.

Ist es auch.

Aber was mich dabei so entspannt ist, so IST ES EBEN.

Anstatt das 127. Wie ändere ich mein Leben - Programm anzufangen und frustriert abzubrechen, kann ich mich nun entspannt zurück lehnen, während ich - zb. wie gerade - ein halbes Sport- und Ernährungs- und Hormonwissenschaftsstudium ablege. ICH BIN EBEN SO.

Ich KANN EINFACH NICHT einfach ein vorgefertigtes Programm hinnehmen und mich danach ernähren. Oder einen Fitness/Workoutplan und den runterspulen.

Oder einen vorgegebenen Schnitt einfach nachnähen. Njet.

Man braucht nicht viel Phantasie um sich vorzustellen, wie das in der Schule war.
Aber mit 44 brauche ich da nicht mehr viel Bedenken zu haben.

Übrigens die anderen Typen wären Obliger - das bin ich auch ein bisschen. Das sind die, die Erwartungen anderer erfüllen. Also z.B. zum Sport gehen, weil dort ein Team wartet. Oder auch nur eine Laufpartnerin. Irgendwas allein machen? Ach neiiinnnnn...

Und dann gäbe es noch die Upholder. Die sich-was-vornehmen-und-dann-auch-machen. Ein herrlicher Menschentyp. Auf die kann man zählen. Vorzugsweise zum Pferdestehlen mitnehmen.


Und wer jetzt auch wissen will, welchem Typ er zugehörig ist - bitte hier entlang


Bone broth. Oder wie ich jeden Sch... ausprobiere.

05.05.16

Nein, keine Sorge, das ist NICHT meine Urinprobe....

Seit ich mich dem Fitnessthema verschrieben habe, gibt es hier im Hause ein paar Dinge, die ...hm.. wie soll ich es sagen? Ja! HINTERfragenswert sind.

Mehr Eiweiss ist DER Auftrag.
Beim Abnehmen.
Und beim Muskelaufbau.
Bis zu 2g pro Körpergewicht.
Eiweiss ist mühsamer zu verdauen, macht also länger satt.
Und verhindert, wenn die Kalorienaufnahme generell runtergeht, dass der Körper sofort die Muskeln abbaut.
Muskelmasse ist nämlich teuer in der Erhaltung.
Sie verbrennen ja bekanntlich Fett sogar beim Nichtstun.
Und wenns eng wird, ist es verständlich, dass man solche Typen als erstes einspart.
Kluges Kerlchen, unser Körper.
Aber mit genügend Eiweiss kann man diesen Prozess etwas verzögern...

Damit ist es aber nicht getan...

Wer sich intensiv theoretisch mit Fit over 40 auseinander setzt, kommt schnell zur Erkenntnis, dass man (Frau) mit fünf Mal die Woche trainieren schon sehr motiviert ist.
Vier Mal davon gehts an die Gewichte mit gleich anschließendem Lauf.
Ein Mal gibts HIIT - also Sprintintervalltraining. Oder mittellangen Lauf.
Und weil ich schon mal für einen Marathon trainiert habe und mich erinnere wie ultramotiviert ich war - und vorm Marathon wie kaputt und fertig - weiß ich, dass wohl gerade die ultramotivierten Anfänger wie ich hoch gefährdet sind ins Übertraining zu geraten.
Also gibts nicht eine Minute Training mehr.

So. Nun haben wir fünf Stunden Training pro Woche.
56 Stunden Schlaf.
30 Stunden Arbeiten.
Bleiben noch immer 77 Stunden wo das Hirn beschäftigt werden muss.
Kinder, Haushalt, Beziehung...ja eh.
Aber Ihr merkt schon, ganz schnell ist man bei der Ernährung.
Was essen?
Wann essen?
Wieviel essen?
Wie vereinbaren mit Familie?

Das Ernährungsthema geht untrennbar Hand in Hand mit dem Fitnessdings.

Als lebendes Versuchskaninchen ist mir nichts zu blöd aus zu probieren und nach vielen Stunden Recherche komm ich zu folgender Frage:


Mark Sisson und seine Freunde.

Oder

Rich Roll und seine Haberer.

Was tun?

Und zur Zeit ist hier eben grad Paleo/Wild/High Fat-no(low)carb ...oder wie immer man es nennen will angesagt.
Die Mark Sisson - Partie.



Viel Fleisch. Wenig bis keine Kohlehydrate aus Stärke - also kein Brot, Pasta, Kartoffel...bissl Hülsenfrüchte, keine Milchprodukte. Und ja - Geheimwaffe Bone Broth!
Suppe aus Knochen.
Meine Mutter würde umfallen vor Lachen.


Eine Rindssuppe auf Knochenbasis war das erste was ich in Kochen in der Schule gelernt habe. Die Schule, die ich dann auch gleich geschmissen habe.
Laaaaaaanges Kochen ist essentiell.
Gut.
Ich habe ein Biohendl genommen. Weil das weichgekochte Fleisch verarbeite ich in ein Curry und das Skelett darf dann noch ein paar Stunden weiterschmurgeln.
Denn Hühnersuppenduft im Haus muss man mögen.



Mutti hat die Knochen so abgefuddelt, damit hätte man nicht mal mehr ein Haustier erfreuen können.
Und natürlich hat Mutti auch diese Knorpel genascht.
Gestorben ist Mutti aber trotzdem am Schlaganfall. Und hatte ordentlich Übergewicht und Diabetes. Und in der Früh ist sie nicht wie ein junges Reh aus dem Bett gesprungen.
Aber lassen wir das mal...Mutti hat ja auch viiiellll viieeeel zu viiieeel Kohlehydrate gegessen. Und vieles davon in Zuckerform. Also der Beweis für das unser ganz normales Essen hierzulande bestimmt kein Jungbrunnen ist. Aber das wissen wir eh schon länger ;-)).

Prinzipiell könnte ich mit diesem Paleo, was weiß ich Futter.
Ich esse gern Fleisch.
Ich könnte jetzt auch nicht feststellen, dass es mir nicht gut tut.
Mehr die guten Fette - MCT, Olivenöl, usw. sollte machbar sein.
Ganz ohne Kohlehydrate (also die genannten)... und die essen auch nur 2x am Tag... kein Frühstück, erste Malzeit so um Mittag. Damit haben sie auch noch eine laaaange Fastenphase, die auch ganz super ist für alles. Abnehmen. Langes Leben. Gehirngesundheit.
Ein Leben auf Basis von Bone Broth, Steak, Fisch und Avocados... ich werde mich dem mal annähern. Ich mag auch Avocados, das dürfte klappen. Und das obligatorische Kokosöl, dass dann sogar in den Kaffee kommt, mag ich auch.
Und schwarzer Kaffee mit Kokosöl ist sogar trinkbar.
Mehr Probleme habe ich da schon ethischer Natur...Avocados sind bei uns nicht heimisch. Drehe und wende es wie man will. Die Grass-fed-Viecher könnte ich noch relativ problemlos auftreiben. Aber auch das Kokosöl muss zig tausende km fliegen, damit es bei mir im Kaffee landet...

Aber wenn ich alles richtig mache, kommt mein Körper in die Ketogenese und verbrennt anstatt Kohlehydraten gleich das Fett. Ich werde ratzifatzi nur noch aus Muskeln bestehen, die man dann auch sieht und bei Ausdauereinheiten performen wie ein Profi, weil ich ja gewohnt bin die Energie aus den Fettzellen zu holen - und nicht aus den Glukosespeichern, die irgendwann zu Ende sind.

Ein weiterer Vorteil von dieser Ernährung ist...sehr gute Familienvereinbarkeit. Ich esse Zucchinispaghetti mit Tomatensauce. Der Rest am Tisch hundenormale Nudeln.
Meine Spezialköttbullar aus dem Backrohr mögen auch alle. Die anderen kriegen dazu Backrohrkartoffeln. Ich halt Gemüse mit Selfmademayo.
Auch die Restauranttauglichkeit ist ungeschlagen. Gebrutzeltes oder gedünstetes Fleisch kriegt man wirklich in der letzten Kaschemme. Notfalls mit Dosensalat und zerkochten Karotten.

Aber ob des wirklich der Weisheit letzter Schluss ist, eine Diät anzustreben, die so viele Bestandteile braucht, die es bei mir nicht gibt und die ich dann eben um den halben Globus schippern muss... I waaas ned...

Doch inzwischen: Bone broth - Cheers!

Das mit dem Plantbased Powerfood Dings aka Vegan...das kommt gleich danach - stay tuned ;-))



Meine Antwort auf die Kommentare:
Ahhhh... wie ich sehe, gefällt mein neues Interessensgebiet nicht allen.
Das tut mir leid.
Aber da dieser Blog schon lange kein kommerzieller ist, erlaube ich mir hier zu teilen, was MIR wichtig ist. Näh- und Mamiblogs gibt es wirklich wirklich viele und gute. Das Nähen ist bei mir aber momentan nicht Hauptinteressensgebiet Nr. 1, mein Körper schon.
Man muss das alles ÜBERHAUPT nicht machen. Aber ich brauche einfach was Neues, was was ich noch nicht kann, wo ich noch viiiiel lernen kann...und zur Zeit interessiert mich halt das Körperliche.

Lebenskrise? Mit Sicherheit hatte ich die. Wer hier schon länger mitliest, hat eine Talwärtsfahrt miterlebt, die nicht schön war. Es hat sich fürchterlich viel verändert und langsam habe ich wieder das Gefühl, dass ich mit alter - neuer? Energie nach vor schaue. Und was da vor mir liegt, hat eben derzeit viel mit meinem Körper zu tun. Ich finde das interessant und möchte mich dem auch widmen.

In diesem Sinn: das einzige Stetige im Leben ist wohl die Veränderung.
Darf auch für Blogs gelten ;-)))


Was (noch) nicht ist, schafft Photoshop...

25.04.16


Photoshop is a great toy.
Taking jump-selfies as well.

sporthose

23.04.16



In der heutigen Fitnesswelt ist Sporthose wohl ein Unwort. Tights, Leggings, Shorts. Das sind die Beinkleider, die getragen werden.
Stilistisch ordne ich mich eher COS zu als hm sagmermal Pimkie. Lieber kein Label. Auch trage ich nicht gerne irgendwelche Statements auf der Brust spazieren.
Aktuell hat ja ungefähr alles was irgendwo irgendwer irgendwie tut, sagt, sonst wie zum Besten gibt, Religionscharakter.
Fixies.
Wer aus Österreich kommt, könnte auch sagen Waffenrad reloaded.
Das so called Waffenrad, ein Archetyp eines Fahrrads kam von der Firma Puch aus Steyr, die ihrerseits auf Nähmaschinen, Motorräder, später Traktoren - und dazwischen eben Waffen spezialisiert waren. So auch Husquvarna. btw.
Das Waffenrad ist aus Eisen. Und hat keine Gänge. Es hat nix was irgendwie als "fancy" zu bezeichnen wäre. Und ehrlich gesagt, ich FINDE es wunderschön. Bin aber saufroh, dass ich damit nicht herumfahren muss.
Dennoch hätte ich mein Sportgewand gerne im Duktus des Waffenrades/Fixies gesehen.
Irgendwie "unfancier".
Aber ich will schon wieder die eierlegende Wollmilchsau.
Denn ich bin - wie beim Rad - sehr froh, dass sich Leute ur viele Gedanken über Laufschuhe machen.
Und obwohl der Retrotrend ja schon die Achtziger als retrowürdig sieht und damit Sportschuhe wie die Jogging High von Adidas oder die diversen Vintagenikes hervorbringt, greife ich bei meinen Schuhen, die ich dann in echt zum Sport anziehe, doch zu ganz aktuellen (nein gelogen, gerne aus der Vorsaison, dafür billiger) Asics. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich damit besser gefederter laufe als mit meinen Original(!) Jogging Highs…

Zara hat aktuell eine sehr, sehr, sehr schöne Sportlinie. Trotzdem hat kein Teil die heimische Haustür überschritten. Ich habe einfach wirklich alles, was ich brauche. Und was ich brauche, habe ich schon sehr lange. Ich habe bisweilen einfach null Bedarf gesehen in Sportkleidung zu investieren. Outletcenter und Hofer/Aldi haben mir die paar Merinowollteile geliefert, die ich wunderbar angenehm finde. Die Tights ;-)) kommen vom Kaffeeröster oder auch vom Aldi. Und alles andere hat sich so im Laufe der Jahre angesammelt. Da ich am liebsten in den Wald renne und bis lang noch nie einen Fuß in ein "Gym" gesetzt habe, ist es mir auch sch…..egal wie ich aussehe.

Mit meiner neu entdeckten Leidenschaft für Training habe ich aber die zig Millionen "Ab-pics" auf Instagram entdeckt und …. noja, wenn ich da mitspielen will (also beim "Ab"nicht, aber in der Fitnesssache) möchte ich doch auch irgendwie gute Figur machen. Zumindest angezogen ;-)))

So. Nun. Aber. Endlich. Zum. Thema.
Sporthose.
Irgendwo in meiner neverending Recherche, die ich grad betreibe, habe ich gelesen, dass es nicht schlecht ist, beim Beintraining kurze Hosen zu tragen, damit man seine Muskeln sehen kann.
Okkkkeeeeeee.
Ich dachte mir dann, na ich kann ja mal mit den kurzen Hosen anfangen, die Muskeln kommen dann vielleicht nach.
Ich HABE kurze Sporthosen. Dryfit und wasweißich.
Aber keine davon finde ich wert der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Und in der Kontemplation darüber, was DIE kurze Sporthose für mich sein könnte, bin ich bei einer Hose aus meiner Jugend hängen geblieben. Von Champion. Einer damals ur wichtigen Marke. Dennoch war ausser einem C nicht viel davon zu sehen. Kleine Seitenschlitze. Ein Material vermutlich 50% BW/50% PE. Nicht stretchy, nix quickdry, nicht zu dünn, nicht zu dick. Oben ein Gummi. Hinten ein niemals benutztes Tascherl. Ende Gelände.
Und diese Hose habe ich nun nachgenäht.
Nun möge er daher kommen. Der perfekte Sporthosenschnitt.
Man möchte meinen, kein großes Unterfangen.
Also die realisierte Hose ist aus dem Schnitt der Owynhose von der von mir blind angehimmelten Lotta Jansdotter genäht. Aus ihrem neuesten Buch. Aber schon das Rauszeichnen war eine Zumutung. Hey Lotta, NIEMAND druckt EINEN Schnittteil über ZWEI Papierbögen, ohne das irgendwie deutlich zu kennzeichnen. Und entweder haben die Amis alle sehr kurze Unterkörper oder mein Hintern ist einfach zu groß, Owyn ist einfach in der Leibhöhe zu kurz. Ich habe mir dann geholfen, knurrend den schon fix fertigen Gummizugbund aufgetrennt und innen einen Besatz dran genäht - sieht jetzt eh viel schöner als vorher aus, Gummi wieder eingezogen. Und gut ists.
Naja. Fast. Der Sitz von Owyn im Generellen ist nicht ganz das, was ich im Kopf hatte, deshalb werde ich wohl selbst nochmal rangehen ans Schnittzeichenbrett…
Aber inbetween…Owyn. Geht auch mit jedem anderem hundsnormalen Gummizugbundhosenschnitt. Achtet nur wirklich vorm Probieren drauf ob euch die Leibhöhe angenehm ist - ich mein wir reden von einer Sporthose. Squats. Oder eher zur Sporthose passend: Kniebeugen. Die sind anstrengend. Vor allem mit Gewichten auf der Schulter. Da will ich mich nicht um die Bedecktheit meiner Kehrseite kümmern...