Zeigt her eure Füße...

22.09.16
























....zeigt her Eure Schuh!
Hm... heute wollen wir gleich weitermachen mit den Billiganbietern und dem Schicksein.
Irgendwie hab ich mir gedacht, dass neue Schuhe für den Herbst eine gute Idee wären.
Das ist nämlich für egal welchen Schuhhersteller eine echte Herausforderung - weil ich habe nämlich große Latschen!
Gr. 41,5
Bei viel Schönheit seitens des Schuhs gerne 41 gekauft.
Dann nie getragen.
Dann geschworen nur noch 42 zu kaufen.
Wieder geweint, weil das Angebot dort so mager ist...
Mit dem Alter weiser geworden.
Oder auch nicht...

Also ich habe bei Esprit, bei Lands End und bei H&M bestellt.
Eigentlich wollte ich irgendwas spitzes Bürotaugliches. H&M hat dazu einiges auf Lager.
Die schwarzen Keilturnschuhe sind bei Esprit mitbestellt worden, bei einer Bestellung, die ich noch extra besprechen möchte.
Und die pinken Ballerinas sind von Lands End. Weil ich ja letztens über die tollen Eigenschaften von Ballerinas geredet habe...

Aber der Reihe nach.
Keilsneakers gingen zurück. Gut. Alles ok, aber ich habe schon Ähnliche und die 100€ mag ich derzeit lieber woanders investieren. Vielleicht sehen wir uns im Ausverkauf wieder.

Die pinken Ballerinas gehen auch zurück.
Warum?
Passform gut bis sehr gut - Landsend kommt ja aus den USA und da haben Größen ein anderes Spektrum. Soll heißen, da gibts noch mehr nach 41,5 ;-)
ABER: Sie sehen trotz Echtleder einfach nach Plastik aus.

Und wir wollen ja post40 schick aussehen.
Diese Treterchen sind super bei meinen Töchtern.
Aber irgendwann nach 35 soll alles was man trägt "wertig" aussehen.
Das heißt NICHT, dass es auch so sein muss.
Aber es MUSS so aussehen.
Und ja klar, pinke Ballerinas sind per se nicht das Stilmittel um Finanzkräftigkeit zu demonstrieren.

Aber hier geht es ja um ein paar Tipps, die einem im Alltag helfen sollen.

Leider hat diese Regel, nämlich die, dass die Schuhe nicht nur billig SIND, sondern auch so AUSSEHEN auch für die von H&M gegolten.

Außer jenen grauen spitzen äh Pumps... und da hätten wir dann auch schon die Regel des Tages:
Billige Schuhe aus RAUHLEDER!
Das sieht nämlich auch, wenns billig ist, nicht so aus.

Warum die leider auch nicht bleiben durften?
Weil sie (caramba!!!) klein geschnitten sind.
Ein anderes Modell, das aus dem Plastiklookgrund zurück musste, hätte gepasst. Soviel zur Größentreue von H&M.
Wie man am Tragebild sehen kann, wären sie aber durchaus ein Bringer... Schade.

Strick dich chic....

21.09.16



Gut, wir hatten schon bessere Titel.
Aber weil es so gut passt zum letzten Thema.
DAS ist der Kaschmirpulli.
Aus Wolle von Hamburger Wollfabrik. Da ist dann auch Kaschmir leistbar.
Und verstrickt mit meinen Händen.
Da darf man dann nicht nach dem Preis fragen.
(Da ginge sich lockig flockig ein Teil von Iris von Arnim oder Loro Piana aus...)
Nach einer Anleitung von Anke Strick.
Alles zu finden auf Ravelry, dieser höchst empfehlenswerten Strickercommunity, wo man eben fast jede Anleitung von mehreren Leuten realisiert findet. Und dann gleich schauen kann, wie sieht das in dieser oder jener Wolle und Größe aus...

Zu sehen hier.
Weil es eben mit diesem Lidltop sehr gut passt. Seeeehhhrrrr gut ;-)





Wie trage ich... Sachen vom Diskonter?

18.09.16

Also wie man einen guten Stil findet, dass muss man ja Leuten, die das Internet nutzen nicht erklären. Eine Million oder mehr Anleitungen und Tipps lassen sich finden auf Pinterest, Bloglovin, IG...
Ich habe da auch einige auf die ich immer wieder zurück greife..so á la "What would .... do?"

Auch die Frauenzeitschriften sind voll mit solchen Sachen. Und da Frauen jenseits der 25 zunehmend als Zielgruppe erkannt werden, gibt es jetzt auch mehr und mehr Zeitschriften, wo die Models älter als 17 sind und mehr als 30 kg wiegen. Schön.

Auch die Bloggerinnen sind tolle Frauen.
Aber vielen gemeinsam ist eine übervolle Geldbörse.

Klar. Ich hätte auch gerne nur Kaschmir und Seide auf meiner Haut und französische oder italienische IT-Labels an Handgelenk und Füßen. Aber ich habe eben einen enden wollend gut bezahlten Job. Zwei Kinder. Und ein geerbtes Haus, das einen neuen Mantel (Vollwärmeschutz) und neue Fenster will. Und eine neue Heizung.... Kurzum, ich kaufe meine Lebensmittel eher ausschließlich beim Diskonter. Und dort gibt es ab und an Aktionen.
Und ab und an sind da Sachen dabei, die durchaus einen zweiten Blick wert sind.

So letztens bei Lidl.
Und das ist jetzt KEIN gesponserter Post!
Warum ich dennoch darüber schreibe?
Weil ich dachte mir - hm.. das wäre doch mal was, dass man schaut, ob man mit Zeug von Lidl oder Hofer/Aldi oder halt sonstwem aus der Billigabteilung auch schick aussehen kann?

Ich finde man kann!

Das Top ist auf jeden Fall ein Bringer.
Oben schmal. Unten bissl weiter. Da kann man auch noch die Nachspeise essen ;-)
Und länger. Da sieht auch keiner den offenen Hosenknopf wegen der Nachspeise.
Bei mir eh nicht, weil Jerseybund. Ha!


Würde ich jetzt so medium schick weggehen wollen, wäre das das Outfit meiner Wahl.
Leopardenballerinas Boden Ausverkauf voriges Jahr.
Ohrenbling Müller.

Von hinten siehts auch gut aus.


Auch ins Büro darf es mit:


Die Jeansjacke ist 2ndHand Esprit.
Die Tasche ist selbstgenäht. Stoff von Stoff und Stil vor zwei Jahren.
Top Lidl
Hose Alexandria Pants 
Pailletten(russischeOligarchenfrau)sneakers Deichmann
Bling an den Ohren von einem tschechischen Designmarkt ähnlich Hello Handmade oder Feschmarkt. Nur eben viel viel viel kleiner.

Auch mit Ohu - der lässigen Wickelweste aus meinem Schnittrepertoire macht es sich gut. Hier ist Ohu übrigens aus einem sündteuren aber suprigen Leinenjersey von Siebenblau genäht.


Und hier gleich meine allerneueste Errungenschaft aus der Abteilung Billig: Ohrenbling vom Müller.


Also ich denke, es gilt nicht einmal die Regel, dass man durchaus Billiges mit Wertvollem kombinieren kann. Denn an mir gibt es nix wertvolles - außer mich selbst natürlich ;-))))
Nein, im Ernst. Es braucht keinen Kaschmirpulli, damit ich das Lidltop anziehen kann.
Es braucht aber bissl Kombinationsgabe.
Aber die braucht es sowieso.
Ob da innen ein teurer Name steht oder gar keiner, weil selbst genäht, ist für das fertige Outfit egal.
Es geht eher darum, die Menge an gezeigter Haut im Griff zu haben, die Menge an Bling-Bling zu beherrschen. Ein, zwei, drei Dinge über Proportionen zu wissen. Die weiblichen Attribute gezielt einzusetzen und nicht alles auf einmal anzupreisen.
Wer das beherrscht, der sieht in allem gut aus. Ob das Outfit summasummarum 90 € (wie in meinem Fall: Jeansjacke 25 €, Stoff f Hose: 1 5€, Top  7€, Ohrstecke r 7€, Sneaker s 25€, Stoff f Tasche 10 €) oder 900 € gekostet hat. Oder selbst 9000 € sind kein Garant dafür, dass es geschmackvoll aussieht.




Behind the scenes… oder glaub nicht alles was du siehst

10.09.16



Über die Jahre habe ich mich ein bissl zu einer Photoshopexpertin entwickelt.
Am Anfang eine Not (mangels Geld für ordentliche Fotos) finde ich es mittlerweile ziemlich spannend was man so alles zusammenbringt.

Zur Zeit mag ich diesen Effekt, wo viel mit starken Kontrasten gearbeitet wird. Lustig. Vor 15 Jahren haben wir alle Fotos "flacher" gemacht. Es musste alles ganz stark überbelichtet wirken und unheimlich viel Weiß haben. Jetzt: je schwärzer desto besser!

Die Bilder, die ich in den letzten Posts und auch hier gezeigt habe, hat meine (durchaus begabte) Tochter mit dem Iphone gemacht.
Ich zeige ihr vorher den Ausschnitt, sage Ihr wohin sie sich stellen soll, was drauf sein soll und dann abdrücken - viel und oft. Im digitalen Zeitalter sind Fehlaufnahmen ja kein Problem mehr. Schon gar nicht, wer in Muttis Auftrag arbeitet und wo Mutti auch VOR der Kamera steht.
Und schon gar gar gar nicht, wenn Mutti nachher am Photoshop dran ist.

Aber heute will ich Euch das VORHER Bild auch zeigen.
Weil ich es super finde, wenn ich mal ein Foto von mir habe, womit ich zufrieden bin. Aber ich will auch die Wirklichkeit zeigen.
Getting old is not for sissys.
Ich habe EIN Schlupflid.
Das hängt, wenn ich blinzle, müde bin, wasweißich. Und mit zunehmendem Alter hängt es eben auch einfach so. Hach Schwerkraft.
Und wer mich schon ein bissl kennt, der weiß (oder sieht es halt auch), dass ich ein Zahnproblem habe. Und Dumboohren. Einen Haaransatz wie Frau Munster. Und eine gebrochene Nase.
Ich mein, ich will mich ja jetzt nicht beschweren. Denn generell habe ich eher das Gefühl, dass ich eh auf die Butterseite vom Leben gefallen bin.
Aber bei diesem Gesicht, jetzt auch noch EIN Schlupflid!
Ich mein, es hätte auch ein Besenreiser sein können.
Oder eine Krampfader.
Oder sonst was, das NICHT AUCH NOCH IM GESICHT sein muss...
Nein, es MUSSTE ja ein Schlupflid sein.
Klar. Denn die Krampfader würde ja sogar die Krankenkasse zahlen. Mit dem sch… Schlupflid bleib ich über. Denn es wird ja wohl nicht gleich nächstes Jahr so übers Auge hängen, dass ich nix mehr sehe und dann die Kasse zahlt. Nein. Das dauert noch. Aber bis dahin entstellt es mich. Zunehmend. Zumindest in meinen Augen. Kleiner Wortwitz.


Und wer jetzt meint, die Haltung wäre nicht feminin genug - ich kann auch anders:


Und ja. Auch hier hab ich mir die kleine Schlupflidop gegönnt.

Dirndl im Alltag - eine kleine Anleitung


Und wie trage ich nun mein Lieblingsdirndl im Alltag?
IG Follower kennen meine Version mit Flipflops und Rippunterleiberl.
Mag ich sehr.
Ist unschlagbar an wirklich heißen Tagen.

Dirndl haben ja ein bissl die Tendenz entweder lächerlich oder superseriös zu wirken.
Ich möchte gern keins von beiden sein.

Mit den Flipflops - diese Idee hab ich mir von einer Dame abgeschaut - nimmt man dem Kleid das ach so Seriöse. Und mit dem Rippunterleiberl - zumindest meiner Meinung nach - das Lächerliche. Denn ich weiß es nicht, was Frauen dazu bringt, sich anzuziehen, als wären sie ein Geschenk… Rüschen, Maschen, Volants… der Busen hochgeschnallt und alles umrahmt als wären es Pralinen. Gut, man mag mir vorwerfen, dass ich da nicht mitreden kann, weil ich nichts zum hochschnallen habe, oder halt nicht genug. Aber zuviel an der Vorderfront macht mir ein bisschen Angst.
Ja, im nächsten Leben werde ich diesen Mutterkomplex, bestimmt ist es ein Mutterkomplex, auseinandernehmen. In diesem Leben wäre ich einfach nur gern hübsch angezogen.

Wenn es nicht 27° plus hat, dann habe ich andere Accessoires, die - wie ich finde - das Dirndl total alltags - und auch bürotauglich machen, ohne dass man aussieht, als wäre man von einem Trachtenverein.

1. Hut ist gut ;-)
Ein eher männlicher einfacher Hut (der heurige Winter ist ja sehr gut behütet, wenn man den Trendprognosen und Schaufenstern trauen kann…) ist eine super Möglichkeit dem Dirndl, dieser Ausgeburt der Weiblichkeit einen kleinen Gegenpart zur Seite zu stellen.
(Außerdem genial, wenn man wie ich die Haare wachsen lassen will und es daher vor "Badhairdays" nur so strotzt…)
Hut ist von einem griechischen Etsyhändler, sorry keine Ahnung mehr welcher.

2. Bling am Ohr
Mein neues Lieblingsaccessoire. Große Blingohrgehänge.
Das Hautgebilde um die Augen ergibt sich der Zeit. Die Zahnreihen bräuchten dringend einen "complete Overhowl", wofür aber das Geld momentan nicht da ist. Der Busen war noch nie die Dramaqueen bei mir und lässt mich (und sich) jetzt auch eher hängen…. Nach dem objektiven Durchchecken meiner Vorteile, bin ich oberhalb der Taille eher nur noch bei den Ohren hängen geblieben. Für 1€ beim Primark habe ich mir erträglich auffällige Gehänge geleistet. Und die haben sich als perfekte Wahl erwiesen. Denn auch die Ohren ergeben sich der Schwerkraft. Und schwere Ohrgehänge sind da leider ab jetzt auch nur noch in Sonderfällen erlaubt…

3. Die kleine Jeansjacke
DIE perfekte Begleitung zum Dirndl, wenns kühler wird.
Schmal bei den Schultern, stretchiger Anteil, eher kurz sind die Voraussetzungen, dass das Dirndl sich wohlfühlt unterm Jäckschn.
2nd Hand Esprit via Ebay

4. Die große NICHTTrachtentasche
Diese rosa Basttasche habe ich mir vor zig Jahren in München gekauft. Keine zehn Mal zum Einsatz gekommen, hat sie irgendwie doch bei mir überlebt. Und tadaah darf jetzt groß mitspielen, beim Dirndl.

5. Bling am Fuß
Letztens waren drei Damen aus unserem Haus einkaufen. Im Schuhladen - betreten um Hallenturnschuhe zu kaufen - "die zieh ich SICHER NICHT an" (ich tät sie auch verweigern, richtige Hallenturnschuhe sind ungefähr das letzte, das bei irgendeinem Turnschuherzeuger für wert befunden wird, mit einem ansprechendem Design versehen zu werden.) landeten wir in der Fashionsneakerabteilung und da gab es viel Bling. Letztlich haben wir nun alle drei altrosa Pailettensneaker. Ich trag meine zum Dirndl.
Das ist eine Win-win-Situation. Denn das bissl russische Oligarchenimage, das die Teile bei mir haben, wird durch das Trachtenthema vom Dirndl gut abgedämpft. Während eben das Dirndl dadurch büro- und alltagstauglich wird.
Die Kinder wurden übrigens angehalten, die Schuhe möglichst oft richtig ranzunehmen, um mit etwas Usedlook das Oligarchige runterzubrechen.
Sind vom Deichmann, aktuell zu haben.

Alles in allem kann man sagen, dass jedes Dirndl sofort alltagstauglich (bürotauglich, Abend ausgehtauglich) wird, wenn man außerm Dirndl selbst, alles trächtige weglässt. Schuhe, Überjacke, Handtasche sollte alles möglichst aus einem ganz anderen, bitte sehr lässigen Look geborgt werden.
Dann wird das Dirndl zu einem modischen Statement: Hey, ich kann Dirndl, ohne Heidi!

Dirndlrock ohne Dirndl. Oder wie werde ich erwachsen mit 44?



Bei der ganzen Dirndlrecherche ist mir immer wieder - zuletzt in echt im Kremser Haus der Regionen - ein Dirndlrock begegnet.

Nun, das Schöne am Dirndl ist ja meiner Meinung nach, dass es einen komplett anzieht.
Da gibt's wenig Überlegung, ob das Ober- zum Unterteil passt, weil zusammengenäht.
Anziehen und überlegen, welche Ohrringe oder Schuhe, aber das Hauptteil ist schon erledigt.

Wie in aller Welt tue ich dann mit einem Dirndlrock?

Ich meine, ich trage meine Dirndl ja vorzugsweise mit NICHTtrachtigen Accessoires.

Es hat mich dann aber doch so gefuxt, dass ich es wissen wollte.
Der Rock selbst ist keine allzu große Herausforderung für mittelbegabte Näherinnen. Wer den Schnitt von meiner Anguruhose hat, kann diesen Bund verwenden. Sonst gibt es sicher eine Million Rockschnitte deren Formbünde passen.
Passepoile in der Taille und an der Hüfte.
Der Rockteil ist dann ein Rechteck, dass in Falten gelegt wurde. Dirndl eben.

Die Modelle, die mir so begegnet sind, zeichnen sich durch Material- und Farbenmixe aus, die halt ja eben trachtig sind.
Ich habe alles in einem graue Stoff mit Weboptik gemacht. Von Eurostoff aus Krems. Durchaus zu empfehlendes Ziel für Näherinnen.

Nun habe ich den Rock fertig gehabt. War auch ganz zufrieden. Aber wie anziehen?
Es hat bissl gebraucht, bis ich auch hier meine "Dirndlrules" zur Anwendung bringen konnte.
Rundherum ja nix Trachtiges.
Also ein schwarzer Rollkragenpullover.
Bling an den Ohren.
Bling an den Füßen.
Sorgt dafür dass es trotz Schnitt nicht aussieht wie am Karneval.

Denn neben all diesen Dirndldingern, hat sich ein weiteres Thema in mein Leben gedrängt:
Wie altere ich würdevoll?

Ich habe ja schon mal durchklingen lassen, dass mein Stil im Büro nicht täglich zu Jubelschreien führt, sondern eher zu Schenkelklopfern.
Als Zahnspangenträgerin der ersten Stunde und daher Ziel nie enden wollender Spottrufe in Bus und Eislaufplatz bin ich da sicher etwas übersensibel.
Also hat sich das Kleidungsthema oder sagen wir lieber Stilthema in den letzten Monaten in den Vordergrund gerückt.
Nein, um jeden Preis will ich nicht auffallen.
Ich will ernst genommen werden.
Ich will über meine Leistung sprechen, nicht über mein Outfit.
Aber ich wäre nicht ich, wenn ich jetzt die Businesslounge bei Esprit stürme und dort Kostüm und Hosenanzug und drei Blusen kaufe und fertig isses.
Nein.
Aber es MUSS doch möglich sein, seriös aufzutreten UND einen eigenen Stil zu haben?

Ich habe noch immer keine Lösung dafür.
Aber ich sehe mittlerweile zumindest einen Silberstreif am Horizont.

Ich habe mich in den letzten Monaten ja nicht nur mit dem Äußeren, sondern auch mit dem Inneren beschäftigt.
Ein paar "frauliche" Organe haben mir den Alltag nicht vereinfacht und ich dachte, ich könnte die gynäkologische Behandlung mit gesteigerter Fitness und überarbeiteter Ernährung unterstützen.

So. Fazit nach sechs Monaten 4x die Woche morgens um 5.10 Gewichte trainieren, dann 30 min laufen und ernährungstechnisch alles ausprobiert von no carb über low carb bis vegan.
Es. hat. sich. nichts. getan.
Ich wiege exakt dasselbe wie am Anfang.
Ich habe mir nur so eine Fettmesszange gekauft, und ich wage zu bezweifeln, dass ich die wirklich richtig angewendet habe. Aber auch hier: alles beim Alten.
Es gibt hie und da ein Müskelchen, dass sich bei bestimmten Bewegungen abzeichnet.
Vermutlich ist es einfach mit sechs Monaten nicht getan.
Es ist eher eine Frage von Jahren.
Beim Training mit Gewichten werde ich dranbleiben. Aber nicht mehr 4x Woche um diese Uhrzeit.
2x Tuns auch. 6h auch.
Laufen war schon vorher. Und wird auch jetzt. Aber auch hier, nicht mehr um die arge Uhrzeit und eher zum Vergnügen als zum Training.
Gegessen wird definitiv wieder nach Hausverstand.
Schon aufgrund meiner Persönlichkeitsstruktur eigne ich mich nicht besonders zur bedingungslosen Folgerin. Ausprobieren? Ja! Sofort und jeden Sch…
Aber ein Leben ohne Croissants erscheint mir ebenso sinnlos wie eines ohne Faschierte Laberl.
Sorry.

Die Frauenärztin (und ich) hat die Hormone übrigens auch wieder abgesetzt. Nach dem das Ergebnis zu Wünschen übrig lies, warten wir nun einfach was so passiert.

Nein. Getting old is not for sissys.

Auch deshalb mag ich das Dirndl.
Ich mag das Enge um den Oberkörper.
Das ja auch ein bisschen stützt.
Schützt.
Immerhin sind zwischen Außenwelt und mir beim Dirndl, selbst wenn ich es nur mit Rippunterleiberl trage drei Stoffschichten.
Das Dirndl formt einen. Und wenn man sich gerade etwas aus der Form fühlt, und wenn so ein Gefühl post 40 kommt, ist es gerne mit sich der Schwerkraft hingebenden Körperteilen verbunden, dann ist ein Dirndl auch super. Dort wo Hopfen und Malz verloren sind, ist soviel Stoff, da kann gar nichts passieren (Rock ;-). Und dort wo eben Rückgrat gezeigt werden sollte, kommt ein gut geschnittenes Leibl ja fast einem Mieder gleich und das muss ja nicht einschnüren, sondern kann ja auch stützen. Halt geben wäre auch eine gute Umschreibung.

Außerdem nimmt man sich mit dem Dirndl auch ein bisschen aus der aktuellen Modethematik. Harempants….kann heikel sein. Da habe ich schon Damen im Fettnapf waten gesehen, die ich sonst sehr stilsicher kenne. Auch all das dünne Jersey-Oversize-Gedöns. Wer da nicht sehr sicher ist mit den Proportionen, kann trotzdem gern ganz schnell als Kartoffelsack daherkommen.
Immer nur Superskinnyjeans mit großem Oberteil? Also bei 27° plus kriegt mich niemand in so eine Hose. Aber ich trag generell Jeans nicht soooo gerne.
Es gibt einfach zu wenige Hosen, die mir immer ein guter Freund in jeder Lebenslage sind. Kaum ein paar Croissants zu viel, schon dieser erhobene Zeigefinger. Dann wieder eine Krise und schon schlabbert das teure Beinkleid.
Und wenn man dann endlich die eine gefunden hat, ändert sich die Jeansmode. Oder man hat sie so oft an, dass sie den Geist aufgibt. Natürlich an Stellen, wo das nicht cool ist (innen zwischen den Beinen im Schritt…).
Klar habe ich ein paar Jeans, die sind ok. Aber richtig gute Freunde? Nein, das stell ich mir anders vor.

Und eben auch daher setze ich mich derzeit gern mit der Frage auseinander - was anziehen?
Was kleidet einem als 44jährige Frau in jeder Lebenslage ohne idiotisch, billig, vulgär, lächerlich auszusehen?

Der Dirndlrock ist schon ein guter Anfang.


1. Bling am Ohr
Wie schon beim Dirndl im Alltag erklärt, habe ich Bling am Ohr zur persönlichen Stilnote erkoren.
Weil Augerln schon ein bisserl Falterln haben.
Weil Zahnderln ah net sooo super. Aber das Geld jetzt für einen Umbau gebraucht wird.
Weil Haare grad in Übergangsphase, also quasi Nonstopbadhairday.
Und vom Busen red ma gar net…
Die hier sind auch schon älter und, glaub ich, von otherstories. Wunderschön aber zu schwer. Daher nur für besondere Anlässe. Weil ja das menschliche Ohr auch nicht gerade vor Muskelmaterial strotzt, sondern sich einfach der Schwerkraft hingibt. Und wer nicht aussehen will wie die Obersten bestimmter afrikanischer Stämme tue gut daran, die Elastizität seiner Ohrläppchen nicht täglich auszureizen.

2. schwarzer Rollkragenpulli
Ein Basic.
Als studierte Architektin der 90er damals quasi so was wie Arbeitskleidung. Jetzt wieder entdeckt. Damit kann man eigentlich nie was falsch machen.
Einziges Problem: geht erst ab 22° und drunter. Keine Ahnung was der schwarze Rollkragenpulli der Hitzeperiode ist…
Da ich auch nur uralte besitze, kann ich keine ordentliche Referenz angeben. Aber definitiv steht eine Kaschmirvariante auf der Wunschliste.

3. Der Rock mit Hüftpasse
Also ich kenn kaum wen, der an der Hüfte zulegen muss.
Ich auch nicht.
Daher "golden rule": an der Hüfte schmal!
Die Hüftpasse ist auch schön gefüttert und hat daher gewissen Stand. Und Halt. Man könnte auch Mieder sagen. Könnte man.

4. Knielang
Coco hat es schon gesagt. Das weibliche Knie tendiert zur Hässlichkeit. Naja, Coco das männliche ist jetzt auch nicht der Kandidat fürs Kniemodel. Aber ich glaub ich weiß, was die Dame meinte. Kniebedeckt ist ab einem gewissen Alter vorzuziehen.
Und egal wie jemandens Knie aussieht, gleich darunter wird es schmäler und das ist eine gute Gelegenheit ein Rock dort aufhören zu lassen.
Mit schwarzer Strumpfhose geht fast alles an Länge ;-))

In meinem Fall ist es aber auch eine gute Möglichkeit, wenn nicht die mindeste, um meine bissl "gstauchten" Oberkörperproportionen auszugleichen.

5. Bling am Fuß
In diesem Fall Leopardenballerinas.
Sagen: Hey, ich trag zwar Schwarz und Dunkel und eher seriös, aber ich weiß trotzdem wie der Modehase läuft.
Ballerinas sind genial. Ich nutze sie viiieeel zu wenig. Besitze nur drei Paar und trage sie selten.
Das sollte ich ändern.
Sie sind viiiiiel seriöser als Turnschuhe. Aber fast genauso bequem. Und bei meinem Etappenziel: Ich bin ernst zu nehmen! sollte ich so einen billigen Support nicht auslassen.
Die hier sind von irgendeiner letzten Saison von Boden.
Es müssen nicht Tiere sein.
Es könnten auch Glitzer sein. Oder Pailletten. Oder Knallfarbe. (Gap hat grad tolle in Pink!)
Wenn oben alles so superschlicht ist, darf es eben schon einen Hingucker geben. Gut, wenn der Hingucker eben zum hingucken einlädt - also weit unten am Fuß ist - und nicht ein Augeneinhauer ist.