10.01.16

Wie trage ich...Altrosa? How to wear... Powderpink?



Altrosa (oder überhaupt Rosa in seinen eher zarteren Schattierungen, gerne auch Puderrosa) ist zur Zeit ziemlich angesagt.
In meinem Schrank weilt ein hübscher Fledermauspulli in einem hübschen Altrosaton schon seit einiger Zeit.
Zu schwierig ist mir die Farbe bisher gewesen. Aber nach einem strengen Schranküberholen (aka Ausmisten, aka Marie Kondo-Clean out...) habe ich gefunden, dass er doch noch eine Chance bekommen soll.

Die letzten Jahre hatten für mich einige Aufgaben bereit.
Heuer werde ich 44.
Zeit aus dieser "Challenge" etwas zu lernen.
Neben vielem Lernbaren, das sich eher im Psychischen abspielt, habe ich auch erkannt, dass ich nicht mehr 24 bin.
Zurecht werdet Ihr nun denken...nooo jaaa, das ist jetzt aber nicht gerade DIE Erkenntnis des Jahres...
;-)))

Ich erlaube mir auszuholen:
Ich habe in den letzten Jahren einen Stil entwickelt, der mir nicht immer zum Vorteil gewogen war.
Guide Kretschmer würde sagen - er hat nichts für mich getan.
Nicht alles, aber manches.

In meiner Arbeit hier am Lande habe ich viele neue Leute kennen gelernt, die sich alle samt ziemlich von meinem Freundeskreis in der Stadt unterscheiden. Eine ganz liebe Frau, ich erlaube mir sie Freundin zu nennen, hat mich in die Geheimnisse der Hautpflege und des Make-ups eingewiesen.
Ersteres beruht - so zumindest wie ich es verstanden habe - in erster Linie auf Routine. (Reinigen, Schmieren. Morgens, abends.)
Zweiteres auf der Kunst des Weglassens. Zumindest für mich. Als konsequente NICHT-Makeupträgerin hatte ich schnell heraußen, dass es für mich eigentlich nur ein bisschen Lidschatten, Kajak und Wimperntusche braucht. Aber OHA, da liegt eine Wissenschaft verborgen. Die perfekte Wimperntusche habe ich noch immer nicht. Immer wieder passiert es, dass ich um drei Uhr nachmittags in den Spiegel schaue und Pandaflecken habe...grmpf. Aber mit der göttlichen Erfindung der EyemakeupBASE bleibt zumindest der Lidschatten dort wo ich ihn aufgetragen habe.

Zweites Thema: die Haare!
Der Kurzhaarschnitt war gut. Aber zu schwierig für jeden Tag. Zu schwierig für die Fahrradfahrerin - und Helmträgerin. Die Mützenträgerin. Es wird jetzt wieder gewachsen. Das Mittelding derzeit finde ich eigentlich ganz gut. Aber dennoch bisschen fad.
Strähnchen.
Gut. Am 23. Dezember abends im nahegelegenen ehemaligen Ostblockland mal schnell für lau Strähnchen machen zu lassen ist eine Idee, die kann eigentlich auch nur mir einfallen.
Weihnachten verbrachte ich schön schwarz/weiß gestreift. Ein Iltis.
Beratschlagungen haben natürlich zuerst höhnisches Gelächter hervorgerufen, dann der Hinweis, dass mit noch einer Farbe nun Grün herauskommen könnte.
Ich habe dann eine auswaschbare Tönung versucht...und voilà: A million dollar hairstyle bekommen!
Das cognacfarbene Zeug hat die weißen Strähnen in Gold verwandelt und die mischen sich nun perfekt unter meine dunkleren Haare. Puh.

Warum ich so weit aushole?
Weil Altrosa nichts für einen tut. (Danke, Guido)
Also zumindest, wenn man nicht mehr 24 aus.
Wenn man 24 ist (oder von mir aus auch 34) hat man meistens so viel persönliche Ausstrahlung, so schönes Haar, so schöne Haut, man leuchtet von innen, dass man einen Klodeckel am Kopf tragen kann - und sieht noch immer umwerfend aus.
Mit 44 braucht es eine Grundstyling.
Man kann ALLES tragen, aber der Rest muss perfekt sein.
Wenn der Rest NICHT mehr sooo perfekt ist, tut man gut daran, sich zu überlegen, ob man das eine oder andere vielleicht weglässt.
Nicht, dass ich der Meinung bin, dass ich perfekt bin - wer mich kennt, weiß, dass ich alles andere als dieser Meinung bin.
Aber damit der altrosa Pulli nicht an mir ausschaut, wie an einer Oma - und auch nicht wie an jemandem, der sich halt anzieht, damit ihm nicht kalt ist, braucht er einen guten Rahmen.



So, nun passen also die Haare, die Augen blinken. Aber ich bin noch immer in der Unterwäsche.
JETZT kommt MEIN persönlicher Stil.
NUR der Pulli wäre mir zu langweilig. Zu ...äh "Tchibo"...
3 Punkte, die helfen:
1. Statementkette
GROSS, BLING, HAU-MIR-DIE-AUGEN-EIN!
Hier geht alles. Weil das Pullöverchen, sich ja so in Zurückhaltung übt.
Eines dieser großen Halstücher, die momentan so in sind, geht natürlich auch.
Oder ein Loopschal!

2. Lagenlook
Nur nicht zu brav.
Ein Unterleiberl, ein Ringelshirt, alle nur zum Auflockern der sonst allzu braven Silhouette.

3. Silberschuhe
Oder freche Turnschuhe.
Irgendwas, was klar macht, dass hier von Absicht die Rede ist.
Nur ja keine Pumps oder brave Stiefeletten.
Das ist kein Vorstellungsgespräch.

Solcherart eingerahmt, aufgefangen macht der altrosa Pulli richtig Spaß!


07.01.16

Burg 10 - drei Plätze frei!!!

Überraschenderweise sind gleich drei Damen familiärbedingt von ihren Plätzen für die Burg 10 zurückgetreten!
Wer also schon immer mal wollte und keinen Platz ergattert hat, JETZT ist die perfekte Gelegenheit!

Vom 15. - 17. April 2015 findet das 10. Mal das Burgnähwochenende statt!

€ 280,— kostet das Wochenende im DZ, fulminantem Frühstück, Mittagssuppe, ständig zugreifbarem Kühlschrank mit allerlei Leckereien, nie schlafender Kaffeemaschine. Zum Abendessen werden wir in die Umgebung ausschwärmen und uns dort verwöhnen lassen.

Alex vom Stoffsalon hat wieder eine Art Shop in Shop mit tollen Stoffen.
Quasi rund um die Uhr Nähen und sich um nichts sonst kümmern ist das Motto dieses Wochenendes…Also wer hat Lust?


Hier von der letzten Burg ein paar tolle Eindrücke - vielen vielen Dank liebe Alexandra für die tollen Bilder!!!


Der noch jungfräuliche Arbeitsraum...


Die Burg. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.



Das opulente Frühstück. Das wir uns mit Vergnügen schmecken lassen.




Nur ein paar der unzähligen Details, die es auf der Burg zu entdecken gibt. Manche recht mittelalterlich, manche zeugen vom Kunstverständnis und künstlerischem Talent der Besitzerfamilie...



...hier unser "Burgfräulein" Barbara. Sie ist eben selbst eine begnadete Malerin. Ihre Tochter Harriet ein ganz großes Cello-Talent. Wir hatten letztes Mal Glück und bekamen eine Privatführung durch die Burg.

Wer noch mehr Bilder sehen möchte, einfach in der Suchfunktion "Burg" eingeben und dann die Beiträge über die früheren Wochenenden nachlesen.

Hier gehts zum Webshop - ich freu mich auf Euch!

24.12.15

Schöne Feiertage!


Ich wünsche Euch nur das Beste für heute, für morgen, für das neue Jahr!
Möge es milde gestimmt sein gegenüber jenen, die schon viele Aufgaben zu bestehen haben.
Und aufregend für jene, die mutig sich aufmachen gegenüber Neuem.

Ja, man könnte sagen, ich liebe Anfänge.
Ich lasse mich gern tragen von den Endorphinen, die einen schweben lassen, mit wenig Schlaf auskommen und für jedes wie immer geartete Problem im Handumdrehen eine Lösung finden lassen.
Meine Übung wäre eher das, was danach kommt. Der Alltag. Die unaufregenden Lösungen.
Buchhaltung. Das Buch bis zum Ende schreiben. Auch mit den vielen Seiten dazwischen, wo vielleicht gar nicht viel passiert.
Das letzte Jahr hat mich vieles lernen lassen. Ich habe neue Menschen kennen gelernt. Menschen, die ich wohl unter anderen Umständen nicht getroffen hätten. Ich musste mich mit meinen Werten auseinander setzen und denen anderer Leute. Und mit dem Umstand, dass ich das wohl akzeptieren muss. Und dabei ist es gleichgültig ob es um Flüchtlinge oder Frisuren geht.
Beides gilt es aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, als dem eigenen.
Vieles davon ist in meinem Kopf geschehen - und geschieht noch immer.
Vieles ist aber auch AUF meinem Kopf geschehen.
Wandlung ist ja schon länger ein Thema.
Wohin die Reise geht ist noch immer nicht ganz klar.
Die Frage ist aber nicht mehr so dringlich.
Sich einschwingen auf den Fluss des Lebens kann auch eine Übung sein.
Ein paar Sachen zum Thema Äußerlichkeiten habe ich - nicht ganz ohne Wachstumsschmerzen - versucht zu inkorporieren.
Ich freue mich auf das nächste Jahr.
Auch wenn es - für meinen persönlichen Bedarf - viel zu viele Momente in den letzten Jahren in meinem Leben gab, wo ich schier verzweifelt war, absolut nicht gewusst habe, was jetzt tun und mich nur noch darauf verlassen habe, dass es wohl nicht mehr schlimmer kommen könnte - grosso modo waren es auch gute Jahre.
Wir haben eine grob fertige Terrasse.
Die Kinder haben einen Bullerbüsommer wie er im Buch steht erlebt.
Ich habe ein paar neue Frauen kennengelernt, die ich gerne mal Freundinnen nennen würde.
Ich habe eine grobe Ahnung davon bekommen, was mir gut tut und was ich gerne mag und auch - hier kommen wir wieder an die Oberfläche - was mir steht.

Ich hoffe Ihr könnt auch das alte Jahr gut abschließen, mitnehmen was Euch an Positivem widerfahren ist und zurücklassen, was man getrost zurücklassen darf.

2016 komm nur!
Inzwischen feiern wir ein bisschen!

Alles Liebe,
Dolores

17.12.15

Frau Wally zieht sich an...

...diesmal wird es kalt.


Also nicht ganz ganz kalt.
Aber kälter.
Der Mantel ist ein Meisterwerk.
Wir kennen es vom frühen Frühjahr.
Ein Ottobre-Schnitt mit einem Walk von Alex´ Stoffsalon.
Das Futter geschnorrt von einer armen Burgnähwochenendeteilnehmerin.
Ich habe mich ins Zeug gelegt und sogar verstürzte Knopflöcher gemacht...

Für Nachahmerinnen: Achtung die Finninnen dürften kurzarmig sein! Ich habe die Ärmel verstürzt (also einen extra Saumteil innen angenäht) und dann erst so ein Häkelbündchen drangemacht.
(Und dafür nochmal eine andere Burgteilnehmerin angesudert, weil die hatte Wolle in genau derselben Farbe wie der Walk... also Ihr seht schon, mit mir auf die Burg zu fahren, kann mitunter lustig sein - um es höflich auszudrücken ;-))

Die Hose ist auch schon älter.
Ein Burdaschnitt. Sitz, passt und hat Luft.
Und ein Loch.
Handytelefonieren am Rad.
Um die rutschige Kurve.
Mit rutschigen Ledersohlen am Pedal.
Das alles vor vielbeschäftigter Baustelle.
Sollen auch was zum Lachen haben.

Es hat über ein Jahr gedauert, bis ich auf die Idee gekommen bin, die Hose einfach abzuschneiden - das Loch sozusagen rauszuschneiden und wieder zusammenzubauen...
Jetzt haben die Beine eine Quernaht und es ist gut.

Pullover und Hemd sind vom Kleiderschweden.

Brosche aus der Etsywelt.

Die Schuhe vom örtlichen Schuhhaus. Tamaris. Nothing to write home about.

Mütze kennt man schon.
Ebenso den Halsfreund.

Was lernen wir bei näherer Betrachtung?
Frau Wally mag gern klare Linien. 
Wenig Farbe.
Gut abgestimmt und fein akzentuiert.
Damit könnte man alt werden.
Wird man.
Sowieso.
Mit Freude.

14.12.15

Frau Wally geht ...

...nicht ins Büro.
Aber außerhäuslicher Arbeit nach.


Zu diesem Zwecke versuche ich mich anders zu kleiden als zu Hause.

Zum Spiel "Wer kommt in meine Gasse?" trage ich einen Puritorock, den wir schon von vor einiger Zeit kennen. Die Stiefel sind dieselben. Ein sehr verjährtes Weihnachtsgeschenk des HB.
Das Blüschen ist ein Kaito.
Mit Schleife.
Die ist viiiiiieeel zu kompliziert um daraus einen Schnitt zu basteln. Aber ganz einfach kann ein mindestens ebenso gutes Äquivalent gezaubert werden: Loch nähen, verstürben, brav. Langes Bindeband nähen, umdrehen, zusäumen. Noch braver. Durchziehen. Schleife binden. Bewundern lassen.
Also für Leute, die gerne Schleifen am Hals haben.


Die Mütze hat man hier auch schon öfter gesehen.
Alte abgenudelte Casio am Handgelenk ein anderes verjährtes Weihnachtsgeschenk.
Und das Daunenmäntelchen ist ein Souvenir aus Berlin. Letztes Jahr zu Silvester.

Grosso Modo könnte man sagen, dass meine Sachen relativ zeitlos sind.
Ich mag das.
Ich fühle mich selbst nämlich gar nicht so.
Ich habe eher immer das Gefühl entweder noch nicht da oder - viel öfter - schon weit voraus zu sein.
Und mag daher die Retrospektive.
In der ich - in meinen strengen Augen - oft gar nicht so schlecht abschneide.

Wie in der Kleidung ist es irgendwie auch im Leben.
Vieles fühlt sich noch immer nicht richtig sitzend an.
Und von diesem Jahr - grosso modo - verabschiede ich mich leichten Herzens.
Obwohl ich mich an einzelne Phasen, Details wirklich gern erinnere.

Kann man sein Leben anhand der Kleiderfrage lösen?
Machen nicht Kleider Leute?
Was bin ich für ein Leut?

Streifen mag ich gerne.
Obwohl schon einige bei mir wohnen, dürfen noch immer mehr dazu kommen.
Was sagt uns das?
Die ewige Matrosin?
Oder ein Hang zum Linearen?

Habt Ihr auch Kleidungsstücke, die Eure Persönlichkeit ausdrücken?
Wie sieht DAS perfekte Teil von Euch aus?
(Gemeine Frage, ICH habe es (noch) nicht gefunden...)

13.12.15

Adventkranz...Nachtrag

...ich gestehe, dass ich fremdgehe.

Instagram heißt die neue Liebe.

Sie ist so anspruchslos.
Die Instagräfin.
Sie nimmt einfach die Bilder aus dem Handy.
Sie nimmt sie kommentarlos.
Oder auch schmallippig. Ein Redefluss wäre dann zweizeilig untermalt.

Sie prahlt damit vor anderen.

Und man selber staunt vor anderem.

Ein wunderschönes Spielzeug unserer Zeit.

Quadratische Ein- und Ausblicke in anderer Leute und das eigene Leben.
(Obwohl Insta nun auch andere Formate kann.)

Und deshalb ist es mitunter hier ganz schön ruhig.

Vernachlässigt könnte man auch sagen.
Und läge nicht ganz falsch damit.

Dennoch will ich auch hier ein wenig angeben.
Mit meinem Adventkranz.


Selbst geschnitten.

Aua.
Zum Schluss. Stundenlanges Schneiden verursacht Blasen.
Egal.
Schönheit hat immer ihren Preis.
Ob die Blase am Fuß oder an der Hand.
Es will gelitten werden.

Dafür ist der Kranz dann selbst ganz handzahm.
Keineswegs dornig.
Selbst am Haupte wäre er ein Faserschmeichler.



Die Anleitung ist übrigens von hier.