Un croissant s'il vous plait

21.06.16

Kurz nach 6 auf unserer Baustellenterrasse: Croissant!
Im Hintergrund Café au lait. Oder Caffe Latte. Oder Milchkaffee.
Egal, Hauptakteure sind die knusprigen, buttrigen Freunde im Vordergrund.

Jetzt bin ich schon seit einigen Monaten auf meiner Mission Fitness. Es gibt Leute, die meinen, man würde eine Veränderung sehen. Noja, es fühlt sich schon anders an, aber soooo großartig ist die Veränderung jetzt auch nicht. Das Gesamtgefühl jedoch ist durch nichts zu ersetzen. Und deshalb stehe ich weiterhin drei Mal in der Woche um 5:10 auf und gehe in die Garage an die Gewichte. Klimmzug kann ich noch immer keinen. Aber die hilflosen Versuche sind mittlerweile schon sehr ambitioniert und ich glaube jetzt wirklich daran, dass ich es schaffe. Insgesamt ist anzumerken, dass Geduld gebraucht wird. Wohl eher ein Jahr als sechs Monate. Na gut.

Weil ich ja aber hochmotiviert bin, lasse ich ja kaum was aus, was mir als erfolgversprechend präsentiert wird. Man denke nur an "bone broth" ;-))

Und dabei muss ich sagen, dass die Hühnerbrühe durchaus akzeptabel ist. Vieles andere was ich ausprobiert habe, erinnert mich stark an damals als ich schwanger war. Gut gebildet, über 30 beim ersten Kind war ich auch richtig hochmotiviert. Soll heißen offen für jeden Sch....
Und ich kann mich gut erinnern wie meine mitschwangeren Freundinnen oder Kolleginnen - man rottet sich ja irgendwie zusammen - in höchsten Tönen von Getreidekaffee mit Sojamilch als Latte-ersatz geschwärmt haben. Aber Mädels..hey, wenn Ihr mir DAS Gesöff als probaten Ersatz für einen ordentlichen Caffe Latte anbietet, dann habt Ihr wohl vorher Omis Melitta getrunken - bäh! Pfui deibel!
Dann lieber nur einen Kaffee pro Tag und den dafür ordentlich.

Es gibt Gerichte, die müssen wie sie müssen und sonst gar nichts.

Auch so ein Kanditat: Cauliflower Pizza Crust.
Also meine Kinder haben das Zeug nur deshalb nicht gleich abgelehnt, weil da soviel Käse drin ist, dass man den Karfiol nicht schmeckt. Aber... wer DAS als akzeptablen Pizzabodenersatz durchgehen lässt, der hat wohl noch nie eine ordentliche Pizza gegessen. Vielleicht sogar eine selbstgemachte...
Nein, Low carb bei aller Liebe, aber dann lieber den ganzen Tag bone broth und Salatblättchen, damit sich das mit den Carbs am Abend ausgeht, aber Pizza ist Pizza und die ist MIT Carbs. Basta!

Und je mehr ich mich mit wenigen Kohlehydraten, guten Fetten und bravem Eiweiß herumschlage, umso mehr kommt da so ein Gusto auf. Nach allem, was der Lowcarbgott verboten hat.
Und Croissants sind ja wohl ganz oben auf der Böse-Liste. Bestandteilliste quasi alleinig aus Weizen (UAHHHHHH-WEIZEN!!!!!) und  BUTTER (FETTTTTT!!!) bestehend. Aufgepeppt mit bissl ZUCKER (WEISSEM ZUCKERRRRRR!!!) und MILCH (UAAAHHHHHH!). 
Ein Blick darauf ist wohl nur zu vergleichen mit einem Blick runter von der Klippe wo die Acapulco-Todesspringer runterhupfen...

Das Blöde is nur... es ist SAUGEIL!!!

So, also nicht lang rumgesch... sondern gesprungen. Todesmutig weißes Weizenmehl und ebensolchen Zucker gekauft, Butter und Milch und Hefe sind daheim. 

Rezept wurde gegoogelt. Weekendbakery hat ein total brauchbares. Mit Video.
Wunderbar.

Aber klarerweise ist die Weekendbakery auch nur ein hipper Blog mit vermutlich barttragendem Hauptakteur. Also braucht so ein Korb Croissants drei Tage bei denen.

Ist es der Anteil an Kirchenausgetretenen, die schon seit Jahrzehnten maue Performance der Katholischen Kirche, die uns dazu treibt, wirklich jeden verdammten Sch.... so RELIGIÖS zu behandeln?
Egal, was man heutzutage anstellt, alles hat so einen sakralen Charakter. Alles ist geprägt von Verzicht und Fokussierung. Natürlich auch das Herstellen eines Croissants. Einem Gebäck, das wohl der Inbegriff sündigen Essens ist. 

Gut, dass ich das Kind meiner Mutter bin.
Die, Gotthabsieselig (hihi, das ist für die Religion ;-)), ein Bauernkind wie es im Buche steht, hat alle möglichen Sachen gemacht, die die heutigen Hipsters in Verzückung bringen: Sauerkraut ( - grad ur hip in Foodiekreisen), Brotbacken (was hätt ich als Volksschulkind für ein Gummisupermarktbrot gegeben....), Buchteln (yeah, kommen gleich nach Croissants ;-))... und selbstverständlich Blätterteig.
Mit Butterziegel et al.
Und jedenfalls diese meine Mutter hat zwar für alles viel Zeit eingeplant - bei uns gabs sogar noch einen Waschtag, als es schon eine Waschmaschine gab.. - aber der Blätterteig war trotzdem in einem Tag fertig.

Kurzum, die von der Weekendbakery vorgeschlagenen Rastezeiten im Kühlen über Nacht, hab ich - todesmutig und grundrebellisch wie ich bin - auf 20 Minuten im Tiefkühler runtergebrochen. Ich, Sau, ich!

Da ich eine "Geh-Umgebung" von 25° nicht gewährleisten konnte und keine Ahnung habe, wie ich mein Backrohr zu so was bringe, und außerdem heute morgen frische Croissants haben wollte, habe ich gleich mit noch einer Greueltat nachgesetzt: die blassen Croissants durften über Nacht gehen.
Das Ergebnis am Morgen war absolut zufriedenstellend:


Nach soviel Rebellion war ich beim Backen ganz obrigkeitshörig und hab alles brav vorgewärmt, umgelüftet und runtergeschalten.
 

 Und was soll ich sagen? Von außen ...

  
 ...und innen perfekt!!!
In grauer Vorzeit hatte ich als junge Journalistin mal in der durchaus als gut zu bezeichnenden österreichischen Tageszeitung Der Standard einen Croissanttest geschrieben.Und eines der Kriterien war, wie sich die Dinger verhalten, wenn man sie auseinanderzieht: Die müssen nämlich sich bissl rausspiralisieren - auf keinen Fall dürfen sie einfach abbrechen... Ich denke Test bestanden!


Und beim Durchschneiden müssen noch einzelne Teigschichten erkennbar sein.... denke auch bestanden.
 




Und ganz zum Schluss nach dieser ganzen visuellen Begutachtung: REINBEISSEN - hmmmmm!
Ein Traum.
Passt.
Alles gut.
Dem ist nichts hinzuzufügen - außer vielleicht dunkle Marmelade ;-)))

Es läuft...

29.05.16


Who am I?

Eine Frage, die sich durchaus jeder mal stellen darf. 
Und ich denke in einem gewissen Alter (so zwischen 14 und 94 ;-) sich sowieso jeder stellt.

Nun stelle man sich aber vor, eigentlich wäre man mit sich und seiner Umwelt durchaus im Reinen. Also aus der eigenen Sicht.
Und man wäre eine Ultramarathonläuferin.
Also jemand der einen Marathon morgens mal schnell zum Milch holen läuft.
Und richtig in die Gänge kommt, wenn es darum geht den Mont Blanc zu umrunden. Oder vom Mount Everest Basecamp nach Kathmandu zu rennen. Hunderte Kilometer. Tag und Nacht.
Und man macht das alles so gut, dass man da auch fast ständig gewinnt.
Blöderweise sind Superausdauerrennen sportmarketingmäßig eher auf der Höhe von Tontaubenschießen oder so was. Und als Frau im Sport ist sowieso alles noch mal gleich ganz anders.
Also nix mit großer Kohle.
Aber viel Ruhm und Ehre.
Und naja, irgendwann kommt der erste Überlastungsbruch.
Und irgendwann der sechste.
Und dann kann kein Mensch mehr die Augen davor verschließen, dass diese Fussis wohl schon zu viele Kilometer drauf haben. Selbst der Kopf der zu diesen Füßen gehört.

Aber was dann?

Was macht man, wenn man sein Leben auf eine einzige Art von Bewegung aufgebaut hat.
Man hat alles hintangestellt, darunter geordnet.
Und dann geht genau DAS nicht mehr?

Lizzy Hawker geht und macht irgendwann zwischen Belastungsbruch 4 und 5 (oder 3 und 4, ganz egal) eine Yogalehrerausbildung und bricht sich dort auch gleich eine Rippe.
Was sie natürlich NICHT davon abhält, wieder zu starten.

Ich habe das Buch wirklich genossen. Vor allem das Ende.
Die tolle Wissenschaftlerinnenkarriere, die völlig überraschende Wendung zur Ultraausdauersportlerin, das findet man öfter. Vor allem im Ausdauersport, wo es nach 25 nicht gleich steil bergab geht. 
Was mich berührt ist der Moment WO es bergab geht.
Wo nichts mehr geht.
Wo kein Motivationsplan, kein Physiotherapeutenwasweißichplan greift.

Lizzy Hawker hat von mir noch extra extra extra Bonuspunkte bekommen (was ihr wurscht sein dürfte ;-)) weil sie das Ende offen lässt.

Sie hat begonnen ein weiteres Ultrarennen in der Schweiz zu organisieren: Monte Rosa. Aber wie es scheint, ist es mit Rennen für sie aus. Sonst lässt sich nicht viel in Erfahrung bringen. Und das finde ich auch schön so.
Kein - ach jetzt mach ich mal auf Familie - mit irgendwem in Nepal. 
Nichts was des Lesers hungrigen Geist befriedigen würde.

Wir wollen es doch so gerne ordentlich.

Wollen Leute wohlig wissen. Ja, sie dürfen Krisen durch"laufen" (in welchem Sinne auch immer), aber letztlich will man ja keinen seiner Helden einfach ins Ungewisse loslassen.

Aber ist es nicht genau das, worin wir uns üben sollten?

Gestern hat eine lang nicht mehr gesehene Kindergartenmutter über ihre fast (oder doch schon) erwachsene Tochter berichtet, die nun sogar schon allein wohnt, aber es doch nicht schafft, finanziell wichtige Termine ordentlich einzuhalten.
Ich (sehr klugsch.....end) "Tja, aber das ist jetzt ihr Bier. Sie wohnt jetzt allein. Du bist nicht mehr verantwortlich....
...(und als Nachsatz, schon ein wenig billiger gebend:) ich weiß ich red mirs leicht. Das ist wohl die Kunst der Übung. Zuzuschauen ohne wahnsinnig zu werden. Vertrauen, dass es am Ende gut ist. Dass es vielleicht auch jetzt schon gut ist. Für sie halt...."

Das Ungewisse aushalten. 
Frau Hawker hat das gut beschrieben: Wer bin ich, wenn ich nicht laufe?

Und ich denke, das "Laufen" kann man durchaus sprichwörtlich verstehen... wo läuft es denn immer glatt? 

Geschmäcker sind verschieden.

22.05.16



Die Herren in meinem Büro finden meinen Stil nicht sooooo toll...also meinen Bekleidungsstil. Mein Chef fragt sich auch wer mich allen Ernstens je fürs Schreiben bezahlt hat. Aber das ist eine andere Geschichte.
Ich habe also beschlossen mir ein Kleid zu nähen. 
Ein bürotaugliches.
Eins das Massengeschmack bedient.
Und das auch mir noch so gut gefällt, dass ich mir nicht total verkleidet vorkomme.
Boden ist eine gute Inspirationsquelle.
Aber 100€ für ein Jerseykleid würde ich auch nicht zahlen wollen, wenn ich monetär potenter wäre als gerade jetzt. (Das Herunterfahren eines Unternehmens bringt eine Menge Kosten mit sich, an die man - ich?! - gar nicht mehr gedacht hat...sprich: Aufhören ist teuer!)
Also her mit dem Schnitt für das seitlich geraffte Wickelausschnittkleid.
Ahja. 
Gibts nicht.
Also improvisieren.
Enger nähen. (Normalerweise hab ich's ja nicht so mit den engen Kleidern ... s.o.)
Aber nach zwei Tagen Herumgesch... hab ich es geschafft. 
Ich denke das Ergebnis ist total gelungen.
Mal sehen wie die Kommentare morgen lauten....


Ist es cool?

12.05.16


Photoshop ist schon immer ein guter Freund gewesen.
Dieses Bild ist entstanden beim Fotografieren für den Schnitt von Sporthose und -oberteil.
Dann ein bisschen an den diversen Reglern gedreht und auf einmal schaut es gleich superbombig ist.
Selbst ohne Malibu-Bräune.
Dafür sieht man - wenn man GANZ genau schaut - dass an meinen Oberarmen sich Stellen abzeichnen, die auf Muskulatur rückschließen lassen.
Gute 8 Wochen bin ich nun schon im Training.
Der kleine Wadenmuskel am unteren Bein wird schon fast jahrzehntelang trainiert. Und ist noch immer zart.
"Ich glaub ich bin eher leptosom." Ich letztens zu einer 1A-Physiotherapeutin, die ich aufgesucht habe, weil ich bei all der Fotomacherei von mir selbst ohne viel Gewand, nun festgestellt habe, dass mein rechtes Bein wohl länger sein muss.
"Du BIST leptosom." Hat die 1A-Physiofrau dann gesagt. Und schief auch.
Was man nicht alles noch so über sich erfährt.

Das mit leptosom bedeutet, dass niemand sich fürchten muss, dass ich bald wie Arnie ausschaue.
Ich bin wohl eher ein Rennpferd mit zuwenig Training und zuviel Weide.
Na gut, das Pferdchen hamma jetzt eh wieder ins Training geholt und das Futter umgestellt.
(Wie man an den Ärmchen sieht, auch mit sich langsam abzeichnendem Erfolg ;-))

Das mit schief hat die 1A-... auch nicht die Hände überm Kopf zusammen schlagen lassen. Miniübungen sollen die Minimuskeln zwischen den einzelnen Wirbeln daran erinnern, dass es auch anders geht...mal sehen. Oder besser: fühlen.

Aber an sich: WAS KOMMT DANACH?

Wenn man auf Instagram Fitness eingibt, kommen eine Million und mehr Beiträge von jungen und junggebliebenen Barbies. Viele Bilder davon sind so sexistisch, dass ich  mich frage, ob die Mädels ALLEN ERNSTES diese selber gemacht haben.
Hielt mich aber alles nicht davon ab, einigen von ihnen zu folgen.
So nach und nach habe ich mich dann wieder getraut, ihnen zu ENTfolgen.
Am Ende des Tages tue ich mir dann doch sehr schwer jemanden super zu finden, mit dem ich wohl im echten Leben nicht mal einen Kaffee trinken würde.

Und: ziemlich bald habe ich festgestellt, dass das Training nur um des Körpers willen, also wie der dann aussieht, mir zu wenig gibt. Natürlich freue ich mich drauf, wenn ich im Badeanzug in jeder Lebenslage gut aussehe. Aber ich wohne in einem Klima, wo ich selbst wenn es ein heißer Sommer ist, nicht ständig im Badeanzug rumlaufe. Und es wird - auch wenn mein Körper es erlauben würde - wohl nie mehr was anderes als ein Badeanzug sein. Ganz sicher kein String.
Nein, mich interessiert, dass ich einen Klimmzug kann. Oder zehn. Einen Handstand. Auf eine Kiste springen. Irgendwas, was ich jetzt nicht kann. Will ich dann können. Und ich fürchte, Klimmzug, Handstand, Kistensprung wird nicht das Ende der Fahnenstange sein. Auch wenn ich jetzt scheinbar Lichtjahre davon entfernt bin, irgendwann werde ich diese Übungen können.
Aber dann?

Als Kind wollte ich immer ein Bub sein.
Im Fasching ein Cowboy. Terence Hill war MEIN Held. Aber nicht weil ich mich retten lassen wollte. Ich wollte so sein wie er. Oft habe ich Linsen mit Speck verlangt, weil in irgendeinem seiner Nobody-Filme isst er halt Linsen mit Speck...
Die Buben haben die cooleren Sachen gemacht.
Abenteuer.
Schnelligkeit.
Gefahr.
Dreck.
Von mir aus auch Schweiß.
Alles so Zeug, aus dem ich irgendwie geschlossen habe, dass das wesentlich mehr Spaß macht, als die Welt der Mädchen.

Die Mädchen in meinem Haus LIEBEN Mini-Boden.
Damit kann ich leben. Die überteuerten Preise (Boden lässt auch in China nähen, daher rechtfertigt nichts den Preis im Katalog, schon gar nicht, weil die ja nicht mal Läden zu betreiben haben...) machen die Boden-Teile zu besonderen Geschenken von Omi...Na gut.
FURCHTBAR finde ich aber, dass die Mini-Boden-BUBEN richtig tolle Sachen machen. Während die Mini-Boden-MÄDCHEN sich zum Törtchen-Essen treffen und Blümchen werfend durch die Wiese hüpfen - GRRRRRRR!
WIESO dürfen die Mädels nicht segeln gehen?
Oder Fische fangen?
Klar - die dämlichen Kleidchen (die von vor allem einem meiner Kinder sooooo geliebt werden) machen zur Teestunde ein besseres Gesicht als an der Reling...
Aber könnte man nicht ein paar Klischees unbedient lassen?

So geht es mir auch mit dem Sport.
Klar können Frauen heute (fast) alles.
Aber ist es cool?

Da ich selber keine adäquate Antwort habe, schließe ich heute mal mit dieser provokanten Frage und bin neugierig auf Eure Reaktionen!

Gretchen und ich.

10.05.16



Die Amis sind schon ein lustiges Völkchen.
Mit ausreichendem Abstand und noch nie dort gewesen, darf ich mich hier vorurteilsvoll wundern.
Wer in aller Welt nennt sein Kind allen Ernstes "Gretchen"?
Ich meine Greta ja, Grete cool. Aber GretCHEN?

Zugegebenermaßen könnte man das auch alles von Dolores sagen....
Mater dolorosa.
Dolores. Die Schmerzensvolle.
Wer in aller Welt...

Naja. Egal.
Gretchen.
Gretchen Rubin.
Hat wohl nicht soooo tolle Tage gehabt und dann ein Projekt gestartet. How to be happy. Oder so.
Jedenfalls ist da natürlich gleich die halbe Welt reingekippt. Und vorher "pretty unknown" Gretchen dann ziemlich "known". Und dann kam gleich das Anschlussbuch. Sozusagen die Quintessenz ihrer Forschungen. Und DIESES Buch habe ich gelesen. Bisschen mehr happy kann ja wohl jeder vertragen...



Neben einer Vielzahl toller Anregungen ist mir vor allem EINE Erkenntnis geblieben.
Und die hätte ich gerne, gerne mindestens 20 Jahre früher gehabt.
Ich bin nämlich ein Rebel/Questioner.
Vom Typ her.
Jemand der mal grundsätzlich gegen alles ist.
Und das dann auch so lange hinterfragt, bis er es verstanden hat.

Na super.

Mit so einer Sorte Mensch kann man eigentlich gar nix anfangen. Außer allein lassen. Der muss sein eigenes Süppchen kochen. Nach einem Rezept, das er sich selbst erarbeitet hat. Kann gut sein, dass das am Ende des Tages die gute alte Hühnersuppe ist. Aber Freund Rebel/Questioner kann dann ganz genau sagen, WARUM und WIESO jede einzelne Ingredienzie drin ist und WARUM und WIESO das Gebräu so oder so zubereitet werden muss.

Klingt anstrengend.

Ist es auch.

Aber was mich dabei so entspannt ist, so IST ES EBEN.

Anstatt das 127. Wie ändere ich mein Leben - Programm anzufangen und frustriert abzubrechen, kann ich mich nun entspannt zurück lehnen, während ich - zb. wie gerade - ein halbes Sport- und Ernährungs- und Hormonwissenschaftsstudium ablege. ICH BIN EBEN SO.

Ich KANN EINFACH NICHT einfach ein vorgefertigtes Programm hinnehmen und mich danach ernähren. Oder einen Fitness/Workoutplan und den runterspulen.

Oder einen vorgegebenen Schnitt einfach nachnähen. Njet.

Man braucht nicht viel Phantasie um sich vorzustellen, wie das in der Schule war.
Aber mit 44 brauche ich da nicht mehr viel Bedenken zu haben.

Übrigens die anderen Typen wären Obliger - das bin ich auch ein bisschen. Das sind die, die Erwartungen anderer erfüllen. Also z.B. zum Sport gehen, weil dort ein Team wartet. Oder auch nur eine Laufpartnerin. Irgendwas allein machen? Ach neiiinnnnn...

Und dann gäbe es noch die Upholder. Die sich-was-vornehmen-und-dann-auch-machen. Ein herrlicher Menschentyp. Auf die kann man zählen. Vorzugsweise zum Pferdestehlen mitnehmen.


Und wer jetzt auch wissen will, welchem Typ er zugehörig ist - bitte hier entlang


Bone broth. Oder wie ich jeden Sch... ausprobiere.

05.05.16

Nein, keine Sorge, das ist NICHT meine Urinprobe....

Seit ich mich dem Fitnessthema verschrieben habe, gibt es hier im Hause ein paar Dinge, die ...hm.. wie soll ich es sagen? Ja! HINTERfragenswert sind.

Mehr Eiweiss ist DER Auftrag.
Beim Abnehmen.
Und beim Muskelaufbau.
Bis zu 2g pro Körpergewicht.
Eiweiss ist mühsamer zu verdauen, macht also länger satt.
Und verhindert, wenn die Kalorienaufnahme generell runtergeht, dass der Körper sofort die Muskeln abbaut.
Muskelmasse ist nämlich teuer in der Erhaltung.
Sie verbrennen ja bekanntlich Fett sogar beim Nichtstun.
Und wenns eng wird, ist es verständlich, dass man solche Typen als erstes einspart.
Kluges Kerlchen, unser Körper.
Aber mit genügend Eiweiss kann man diesen Prozess etwas verzögern...

Damit ist es aber nicht getan...

Wer sich intensiv theoretisch mit Fit over 40 auseinander setzt, kommt schnell zur Erkenntnis, dass man (Frau) mit fünf Mal die Woche trainieren schon sehr motiviert ist.
Vier Mal davon gehts an die Gewichte mit gleich anschließendem Lauf.
Ein Mal gibts HIIT - also Sprintintervalltraining. Oder mittellangen Lauf.
Und weil ich schon mal für einen Marathon trainiert habe und mich erinnere wie ultramotiviert ich war - und vorm Marathon wie kaputt und fertig - weiß ich, dass wohl gerade die ultramotivierten Anfänger wie ich hoch gefährdet sind ins Übertraining zu geraten.
Also gibts nicht eine Minute Training mehr.

So. Nun haben wir fünf Stunden Training pro Woche.
56 Stunden Schlaf.
30 Stunden Arbeiten.
Bleiben noch immer 77 Stunden wo das Hirn beschäftigt werden muss.
Kinder, Haushalt, Beziehung...ja eh.
Aber Ihr merkt schon, ganz schnell ist man bei der Ernährung.
Was essen?
Wann essen?
Wieviel essen?
Wie vereinbaren mit Familie?

Das Ernährungsthema geht untrennbar Hand in Hand mit dem Fitnessdings.

Als lebendes Versuchskaninchen ist mir nichts zu blöd aus zu probieren und nach vielen Stunden Recherche komm ich zu folgender Frage:


Mark Sisson und seine Freunde.

Oder

Rich Roll und seine Haberer.

Was tun?

Und zur Zeit ist hier eben grad Paleo/Wild/High Fat-no(low)carb ...oder wie immer man es nennen will angesagt.
Die Mark Sisson - Partie.



Viel Fleisch. Wenig bis keine Kohlehydrate aus Stärke - also kein Brot, Pasta, Kartoffel...bissl Hülsenfrüchte, keine Milchprodukte. Und ja - Geheimwaffe Bone Broth!
Suppe aus Knochen.
Meine Mutter würde umfallen vor Lachen.


Eine Rindssuppe auf Knochenbasis war das erste was ich in Kochen in der Schule gelernt habe. Die Schule, die ich dann auch gleich geschmissen habe.
Laaaaaaanges Kochen ist essentiell.
Gut.
Ich habe ein Biohendl genommen. Weil das weichgekochte Fleisch verarbeite ich in ein Curry und das Skelett darf dann noch ein paar Stunden weiterschmurgeln.
Denn Hühnersuppenduft im Haus muss man mögen.



Mutti hat die Knochen so abgefuddelt, damit hätte man nicht mal mehr ein Haustier erfreuen können.
Und natürlich hat Mutti auch diese Knorpel genascht.
Gestorben ist Mutti aber trotzdem am Schlaganfall. Und hatte ordentlich Übergewicht und Diabetes. Und in der Früh ist sie nicht wie ein junges Reh aus dem Bett gesprungen.
Aber lassen wir das mal...Mutti hat ja auch viiiellll viieeeel zu viiieeel Kohlehydrate gegessen. Und vieles davon in Zuckerform. Also der Beweis für das unser ganz normales Essen hierzulande bestimmt kein Jungbrunnen ist. Aber das wissen wir eh schon länger ;-)).

Prinzipiell könnte ich mit diesem Paleo, was weiß ich Futter.
Ich esse gern Fleisch.
Ich könnte jetzt auch nicht feststellen, dass es mir nicht gut tut.
Mehr die guten Fette - MCT, Olivenöl, usw. sollte machbar sein.
Ganz ohne Kohlehydrate (also die genannten)... und die essen auch nur 2x am Tag... kein Frühstück, erste Malzeit so um Mittag. Damit haben sie auch noch eine laaaange Fastenphase, die auch ganz super ist für alles. Abnehmen. Langes Leben. Gehirngesundheit.
Ein Leben auf Basis von Bone Broth, Steak, Fisch und Avocados... ich werde mich dem mal annähern. Ich mag auch Avocados, das dürfte klappen. Und das obligatorische Kokosöl, dass dann sogar in den Kaffee kommt, mag ich auch.
Und schwarzer Kaffee mit Kokosöl ist sogar trinkbar.
Mehr Probleme habe ich da schon ethischer Natur...Avocados sind bei uns nicht heimisch. Drehe und wende es wie man will. Die Grass-fed-Viecher könnte ich noch relativ problemlos auftreiben. Aber auch das Kokosöl muss zig tausende km fliegen, damit es bei mir im Kaffee landet...

Aber wenn ich alles richtig mache, kommt mein Körper in die Ketogenese und verbrennt anstatt Kohlehydraten gleich das Fett. Ich werde ratzifatzi nur noch aus Muskeln bestehen, die man dann auch sieht und bei Ausdauereinheiten performen wie ein Profi, weil ich ja gewohnt bin die Energie aus den Fettzellen zu holen - und nicht aus den Glukosespeichern, die irgendwann zu Ende sind.

Ein weiterer Vorteil von dieser Ernährung ist...sehr gute Familienvereinbarkeit. Ich esse Zucchinispaghetti mit Tomatensauce. Der Rest am Tisch hundenormale Nudeln.
Meine Spezialköttbullar aus dem Backrohr mögen auch alle. Die anderen kriegen dazu Backrohrkartoffeln. Ich halt Gemüse mit Selfmademayo.
Auch die Restauranttauglichkeit ist ungeschlagen. Gebrutzeltes oder gedünstetes Fleisch kriegt man wirklich in der letzten Kaschemme. Notfalls mit Dosensalat und zerkochten Karotten.

Aber ob des wirklich der Weisheit letzter Schluss ist, eine Diät anzustreben, die so viele Bestandteile braucht, die es bei mir nicht gibt und die ich dann eben um den halben Globus schippern muss... I waaas ned...

Doch inzwischen: Bone broth - Cheers!

Das mit dem Plantbased Powerfood Dings aka Vegan...das kommt gleich danach - stay tuned ;-))



Meine Antwort auf die Kommentare:
Ahhhh... wie ich sehe, gefällt mein neues Interessensgebiet nicht allen.
Das tut mir leid.
Aber da dieser Blog schon lange kein kommerzieller ist, erlaube ich mir hier zu teilen, was MIR wichtig ist. Näh- und Mamiblogs gibt es wirklich wirklich viele und gute. Das Nähen ist bei mir aber momentan nicht Hauptinteressensgebiet Nr. 1, mein Körper schon.
Man muss das alles ÜBERHAUPT nicht machen. Aber ich brauche einfach was Neues, was was ich noch nicht kann, wo ich noch viiiiel lernen kann...und zur Zeit interessiert mich halt das Körperliche.

Lebenskrise? Mit Sicherheit hatte ich die. Wer hier schon länger mitliest, hat eine Talwärtsfahrt miterlebt, die nicht schön war. Es hat sich fürchterlich viel verändert und langsam habe ich wieder das Gefühl, dass ich mit alter - neuer? Energie nach vor schaue. Und was da vor mir liegt, hat eben derzeit viel mit meinem Körper zu tun. Ich finde das interessant und möchte mich dem auch widmen.

In diesem Sinn: das einzige Stetige im Leben ist wohl die Veränderung.
Darf auch für Blogs gelten ;-)))